25.000 Euro Preisgeld für „Singen geht den Mehrweg!“

25.000 Euro Preisgeld für „Singen geht den Mehrweg!“
Preisverleihung in Berlin: Oberbürgermeister Bernd Häusler (Dritter von links) und Johanna Volz (Zweite von links) sowie der Diplom-Meteorologe und Fernsehmoderator Sven Plöger (rechts) zusammen mit Vertretern/Vertreterin des DIFU, des Umweltministeriums und des Städte- und Gemeinde-Bundes. (Bild: Peter Himsel/Difu)
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Redaktion

Singen gewinnt beim Bundeswettbewerb „Klimaaktive Kommune 2021“

Singen – Die Stadt Singen gehört zu den Gewinnern beim Wettbewerb „Klimaaktive Kommune 2021“. Die Auszeichnung wurde der Stadt für ihr Engagement zur Einführung eines stadtübergreifenden Mehrweg-Pfandsystems für Take-away-Geschirr vergeben, mit dem sie gezielt zum Ressourcen- und Klimaschutz beiträgt.

Ausgeschrieben wird der Wettbewerb „Klimaaktive Kommune“ vom Bundesumweltministerium und dem Deutschen Institut für Urbanistik. Kooperationspartner sind der Deutsche Städtetag, der Deutsche Landkreistag und der Deutsche Städte- und Gemeindebund. Der Gewinn ist mit 25.000 Euro Preisgeld dotiert. Oberbürgermeister Bernd Häusler freute sich sehr über die Auszeichnung und kündigte an, wie das Preisgeld genutzt werden soll: „Wir wollen mitten in der Innenstadt einen Pfandautomaten für unsere Mehrwegbecher aufstellen. Das wird nicht nur das Müllaufkommen deutlich reduzieren, sondern erlaubt es jedem, sich an der Eisdiele oder der Kaffeebar aktiv und bequem für den Klimaschutz zu entscheiden.“

Auch biologisch abbaubares Einweggeschirr belastet die Umwelt

Einweggeschirr ist aus ökologischer Sicht eine Katastrophe. Allein durch To-go-Becher entstehen jedes Jahr ca. 40.000 Tonnen Müll in Deutschland, durch die Corona-Pandemie hat die Menge an To-go-Verpackungsmüll weiter zugenommen. Zwar nutzen immer mehr Betriebe ökologisch abbaubares Einweggeschirr, jedoch kann dieses von den Müllsortieranlagen des Landkreises nicht von seinen Pendants aus Plastik unterschieden werden und landet ausnahmslos in der Restmüllverbrennung. Daher ist die Stadt Anfang 2021 aktiv geworden und hat in kurzer Zeit unter Federführung der Abteilung für Umwelt, Klima- und Naturschutz ein gesamtstädtisches Mehrweg-Pfandsystem etabliert.

Frühzeitige Kooperation mit Gastronomiebetrieben

Frühzeitig kooperierte die Verwaltung dabei mit Gastronomen in der Stadt, um ein Mehrwegsystem auszuwählen, das den Bedürfnissen in der Praxis entspricht. Anschließend wurde ein Förderprogramm zusammengestellt, das Singener Betrieben einen finanziellen Zuschuss gewährt, wenn es zu einem Vertragsabschluss mit dem Mehrweg-Anbieter „FairCup“ kommt. Einen zusätzlichen Bonus gibt es für Betriebe, die sich dazu verpflichten für mindestens zwölf Monate vollständig auf Einweg zu verzichten. Attraktiv ist das Angebot für die Gastronomie- und Bäckereibetriebe auch, da die Stadt durch Werbemaßnahmen das Mehrwegsystem bei den Bürgerinnen und Bürgern bekannt macht.

Bereits mehr als 15 Mehrweg-Betriebe in Singen

Die Kundenzufriedenheit und die Unterstützung durch die Kommune sprechen sich herum: Derzeit können an mehr als 15 Stellen in der Stadt die nachhaltigen Mehr-weg-Becher und –Essensbehälter gegen geringes Pfand bezogen und auch wieder eingelöst werden. So steht den Kaffeetrinkern und Eisesserinnen ein attraktives Mehrwegangebot zur Verfügung. Eine Übersicht über die teilnehmenden Betriebe und Informationen zum Förderprogramm finden sich unter www.singen.de/mehrweg.

An „Mehrweg“ führt kein Weg mehr vorbei

Ab 2023 wird durch das neue Verpackungsgesetz für zahlreiche Gastronomiebetrie-be ein Mehrwegangebot zur Pflicht, dann müssen diese ihren Kunden eine Alternati-ve zum Einweg anbieten. Mit dem stadtübergreifenden Mehrwegsystem beugt die Stadt Singen einem „Wildwuchs“ von verschiedenen Mehrwegsystemen vor und reagiert auf das vermehrte Einweg-Müllaufkommen durch die Pandemie. Das FairCup-Mehrweggeschirr, das aus 100% recycletem Polyprophylen besteht und mit dem Umweltzeichen „Blauer Engel“ ausgezeichnet ist, kann bis zu 1000 Mal wiederverwendet und anschließend vollständig recycled werden. So wird es den Singenerinnen und Singenern leichtgemacht, konsequent und unkompliziert auf Mehrweg-Produkte zu setzen und einen Beitrag zum Klimaschutz vor Ort zu leisten.

Wettbewerb „Klimaaktive Kommune“

Der Wettbewerb „Klimaaktive Kommune“ wird seit 2009 im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative ausgelobt. In diesem Jahr wurden insgesamt 81 Beiträge in vier unterschiedlichen Kategorien eingereicht. Die Stadt Singen hat sich mit dem Projekt „Singen geht den Mehrweg!“ in der Kategorie „Ressourcen- und Energieeffizienz“ durchgesetzt. In dieser Kategorie gab es 21 Bewerbungen, aus denen drei Gewinner ausgewählt wurden. Weitere Informationen zum Wettbewerb und zum ausgezeichneten Projekt unter: www.klimaschutz.de/wettbewerb2021.

(Pressemitteilung: Stadt Singen)