100 Jahre Fachschule für Landwirtschaft

100 Jahre Fachschule für Landwirtschaft
Albert Basler (rechts) gibt v. r. Landrat Dr. Heiko Schmid, Grit Puchan, Ministerialdirektorin und Amtschefin im Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg, dem ersten Landesbeamten Walter Holderried sowie Karl Endriß, Kreisobmann des Kreisbauernverbands Biberach-Sigmaringen, einen Rückblick auf das 100-jährige Bestehen der Fachschule für Landwirtschaft in Biberach. (Bild: Landratsamt)
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Redaktion

Die Fachschule für Landwirtschaft des Landkreises in Biberach besteht nun seit 101 Jahren. Nachdem coronabedingt im vergangenen Jahr das 100-jährige Jubiläum nicht begangen werden konnte, wurde dies am Samstag, 17. September nachgeholt. Dafür haben Schule und Landwirtschaftsamt ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt.

Morgens gab es in der Landwirtschaftsschule in der Bergerhauser Straße einen Festakt bei dem, Landrat Dr. Heiko Schmid, Grit Puchan, Ministerialdirektorin und Amtschefin im Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg, sowie Karl Endriß, Kreisobmann des Kreisbauernverbands Biberach-Sigmaringen, sprachen.

Eine kleine Ausstellung in einem Klassenzimmer informierte über die Entstehungsgeschichte und verschiedene Anekdoten aus der 100-jährigen Schulgeschichte. Zudem stellte sich die Biomusterregion, die Ernährungsakademie und die Obst- und Gartenbauakademie vor. Am Mittag wurde der Hof des ehemaligen Studenten Benjamin Bunz in Schwendi besichtigt.

Rückblick auf das 100-jährige Bestehen der Landwirtschaftsschule

Landrat Dr. Heiko Schmid ging in seiner Begrüßung auf die langjährige Geschichte der Schule ein. Er schilderte, dass die Herausforderungen vor 100 Jahren in der Landwirtschaft andere waren als heute. Nach dem ersten Weltkrieg ging es darum die Menschen zu ernähren.

„Die Nahrungsknappheit galt als das vordringlichste Problem, das durch mehr Bildung der Landwirte gelöst werden musste. Die Verhältnisse damals waren von Knappheit in allen Bereichen geprägt.“, so Landrat Dr. Schmid.

So habe es die Stadt Biberach, auf Vorschlag des damaligen Bauernverbands, mit hohem Aufwand geschafft, die Landwirtschaftsschule nach Biberach zu holen. Damals noch am anderen Standort. 1929 hat der Landkreis die Trägerschaft der Schule übernommen und gleichzeitig versucht, in der Bergerhauser Straße ein größeres Schulgebäude zu errichten. Aber wegen fehlender Mittel und des zweiten Weltkrieges wurde die Schule erst 1947 am jetzigen Standort fertiggestellt.

Landrat Dr. Heiko Schmid wies in diesem Zusammenhang auf das zweite Jubiläum hin, das mit diesem Festakt begangen wurde: „Auch der Schulstandort darf in diesem Jahr ein besonderes Jubiläum feiern. Am 11. November vor 75 Jahren wurde das Schulgebäude hier in der Bergerhauser Straße eingeweiht, und damit auch der Weg freigemacht für die erste Klasse der Hauswirtschaft.“

Erfolgsmodell Fachschule für Landwirtschaft

Landrat Dr. Schmid machte aber auch deutlich, dass der Bestand und eine Weiterentwicklung des Standortes für eine zukunftsfähige Landwirtschaft weiterhin von großer Bedeutung für die Region sind. „Die Fachschule für Landwirtschaft war und ist ein Erfolgsmodell. Als Wissensvermittler zwischen Wissenschaft und Praxis konnten neue Erkenntnisse und technische Fortschritte vor Ort zügig umgesetzt werden. Wir wollen uns aber auch weiterentwickeln und eine Qualitätsoffensive bei Fachschulen und Lehrkräften mitgestalten. Dabei ist eine Stärkung und Bündelung der fachschulischen Ergänzungsangebote unerlässlich.“, so Landrat Dr. Heiko Schmid.

Ministerialdirektorin Grit Puchan stellte ebenfalls fest: „Die Landwirtschaft ist extrem komplex geworfen, was Beispielsweise die Bereiche Tierschutz, Normen oder Klimawandel betrifft. Landwirtschaft betreibt man nicht mit links.“ Puchan machte dabei deutlich, dass es eine gute Ausbildung für Landwirte braucht, um den Anforderungen heutzutage gerecht zu werden. Gleiches betonte sie auch für den Bereich der Hauswirtschaft: „Auf dieses Berufsbild herrscht meist noch ein verklärter Blick. Hauswirtschaft ist aber viel mehr und ein Beruf der mitten in der Gesellschaft steht. So sind die Absolventen z.B. in Heimleitungen und ähnlichem eingesetzt. Wir haben den Beruf auf jeden Fall nötig“, so die Ministerialdirektorin. Am Ende betonte sie wie Landrat Dr. Heiko Schmid, dass sich die Fachschulen neben den landwirtschaftlichen Studiengängen als wichtiges Bildungsangebot stetig weiterentwickeln und auf der Höhe der Zeit bleiben müssen. Sie unterstrich dabei, dass das Ministerium zu den bisherigen Schulstandorten stehe.

Kreisobmann Karl Endriß betonte die gute Zusammenarbeit und bedankte sich im Namen des Kreisbauernverbandes: „In allen Spannungsfeldern war die Fachschule ein verlässlicher Partner für unsere Landwirtschaft.“

Während der Fachschulzeit entwickeln die Studierenden für ihre Betriebe Weiterentwicklungsziele, die oftmals schon während der Schulzeit umgesetzt werden. Benjamin Bunz aus Huggenlaubach führte die Besucherinnen und Besucher am Nachmittag durch seinen Betrieb und erläuterte die Innovationen, die er in seinem neuen Milchviehlaufstall umgesetzt hat.

(Pressemitteilung: Landratsamt Biberach)